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View Full Version : Luftmine



Poritaner
13.02.2003, 14:55
Hallo,
kann mir einer die Funktionsweise, Aufbau,...etc. einer Luftmine erklären...hat vielleicht jemand ein Bild von einer?!
Wie groß war die Wirkung?

Danke für die Hilfe!
Viele Grüße
Poritaner

Stan
13.02.2003, 18:23
Hi Poritaner,

Luftminen wurden großvolumige Fliegerbomben im zweiten Weltkrieg genannt. Übliche Größen waren 2000 lb, 4000 lb, 8000 lb und 12000 lb. 8000 lb sind beispielsweise ca. 3500 kg. Wirken sollten HC Bomben mehr durch eine gewaltige Druckwelle, als durch Splitterwirkung. Bei 4000 lb Bomben oder größeren sollen Glasschäden bis in einem Umkreis von 1000 m aufgetreten sein. Benannt wurden diese "Luftminen" zb. "als HC 4000 lb". HC steht für high capacity. Die Abkürzung steht immer für das Verhältnis Bombengesamtgewicht zu Sprengstoffgewicht.

HC = high capacity (sehr dünnwandig)
MC = medium capacity (dünnwandig)
GP = general purpose (relativ dickwandig)
SAP = semi armor piercing (dickwandig)
AP = armor piercing (stark dickwandig)

Am häufigsten wurden übrigens GP 500 lb Mehrzweckbomben abgeworfen.

Die Bezeichnungen waren bei amerikanischen und britischen ähnlich, doch die Form verschieden.

Anbei ein Bild einer amerikanischen HC 4000 lb Fliegerbombe. Die Britischen HC Bomben hatten eher die Form eines großen Dampfkessels und waren mit 3 oder mehr Zündern bestückt.

Gruß

Stefan

MK108
14.02.2003, 11:45
Just one or two pics on my website :

http://www.histavia-21.org/PYROTECHNIE-NAV003.htm

and a pic on "Dackel" german radar camp near Dijon Burgundy circa 1945 ...
Best regards dan

MK108
14.02.2003, 12:07
I have any drawings about German WW2 bombs,
but i have not time for post on my web site
If you want a precise model, perhaps i have ...
Best regards, dan

Munibob
16.02.2003, 13:53
Hier einmal eine Auswahl der gängigen Größen der Engländer:

Ramirez
16.02.2003, 14:08
luftminen hatten wie minengeschosse eine dünne hülle und einen großen sprengstoffanteil ihre aufgabe war es in der luft zu detonieren splitter waren nebensächlich
erreicht wurde das durch sogenannte membranzünder
durch die detonation wurden die dächer der häuser abgedeckt
anschließend wurden brandbomben geworfen (feuersturm in dresden und hamburg) die englender wollten damit die einwohner demoralisieren und gegen hitler und seinen schergen aufwiegeln und zur kapitulation zwingen
bezündert waren britische luftminen (HC 4000 ca.2000kg.schwer) mit drei zündern
zb.mit No.27,No.42 als kopfaufschlagzünder und No.44 Membranzünder.

Ramirez
16.02.2003, 14:16
durch die anschtömende luft wird das windrad herunter geschraubt.
die luft staut sich in dem zünder je neher die bombe zu boden fällt.
irgendwann ist der druck so hoch, daß sich die membrane (kleine blechscheibe an der die zündnadel befestigt ist)
schlagartig nach innen bewegt
die zündnadel sticht dann in den detonator und es kommt zur detonation der großladungsbombe (luftmine)
sollte das nicht funktionieren hatte sie ja noch zwei einfache aufschlagzünder

Munibob
16.02.2003, 14:31
Hier eine typische Lancaster-Beladung (Codename des britischen bombercommand:"No Ball") für taktische Ziele wie Kugellagerfabriken mit einem "Cookie" (HC 4000) und bis zu 18 GP oder MC 500 lbs.

Wie Ramirez geschrieben hat, hatte die Luftmine beim Bombenkrieg gegen die Städte die Aufgabe, Dächer, Fenster und Türen zu "öffnen" (wegzublasen), damit die dazugeworfenen Brandbomben (eine andere Beladung der Lancaster war der üblicherweise eingesetzte Mix 1xHC 4000 mit 12 Bombenbehältern mit jeweils 236 Stabbrandbomben) ausreichend Brennmaterial und Sauerstoffzufuhr bekommen. Und damit die vielen Löschkommandos in den Städten nicht rauskommen, haben die Briten dazwischen immer auch eine Handvoll (oder mehr) Sprengbomben mit Langzeitzünder gestreut. Dadurch konnten sich dann die vielen einzelnen Feuer zusammenschließen und den "Feuersturm" bilden.

Munibob
18.02.2003, 09:27
Das Gerücht mit dem in Bodennähe ansteigenden Luftdruck hält sich hartnäckig! Aber der Staudruck durch die anströmende Luft ist in erster Linie abhängig von der Fallgeschwindigkeit (und die steigt mit der Abwurfhöhe, bis das aerodynamische Maximum erreicht ist.) Ein Bodeneffekt, d.h. eine Erhöhung des Staudruckes, weil die zu verdängende Luft nicht mehr ausweichen kann, ist wohl erst unter einem Meter Abstand zum Boden zu erwarten (und dann könnte man auch gleich einen Aufschlagzünder nutzen)
Ich bin aber davon überzeugt, dass die Druckstöße der ebenfalls abgeworfenen Sprengbomben (und deren Form war ja deutlich aerodynamischer, d.h. die waren eher unten) in einer bestimmten Entfernung (und damit in der gewünschten Höhe über den Dächern) ausreichten, und die Membran umschlagen zu lassen: fertig ist der billige Abstandszünder!

Ramirez
18.02.2003, 13:28
was soll mir das jetzt sagen?

Munibob
18.02.2003, 16:30
Originally posted by Ramirez


was soll mir das jetzt sagen?

Eigentlich nur, dass die Detonation nicht durch den Staudruck selbst, sondern durch die Detonationen anderer Sprengbomben vor dem Aufschlag ausgelöst wird.

Ich habe einmal meine Ordner gewälzt. Britische Unterlagen schreiben zur Funktion:
"... On impact, the diaphragm is reversed by the compressed air beneath the fuze, and the striker is driven into the detonator. The blast wave of the preceding bomb may fire the pistol."
"Beim Aufschlag wird die Membran durch die komprimierte Luft unter dem Zünder umgestülpt (meine freie Übersetzung) und die Zündnadel in den Detonator getrieben. Die Druckwelle der vorhergehenden Bombe kann den Zünder auslösen."
Also ist die Hauptfunktion als Aufschlagzünder und der (sicherlich gewünschte) Nebeneffekt als Abstandszündung.

Ramirez
18.02.2003, 16:49
siehst du und deswegen waren sie zusätzlich mit zwei aufschlagzündern (No.27 oder No.47) bestückt
gewünscht war auf jeden fall die detonation über dem boden.
wodurch es letztlich ausgelöst wurde kann uns keiner mehr erzählen oder?
ist auch egal!!