View Full Version : Faustpatrone
genkideskan
30.06.2011, 20:21
Die Panzerwurfmine war auf etwa 40 Meter Wurfweite ausgelegt und dadurch auf ein Gewicht von etwa 0,5 Kg.
Man kam auf die Idee die Panzerwurfmine aus einem kurzen Rohr mit Treibladung zu verschießen. Erste Versuche waren vielversprechend und man ging die Sache an.
Nun ist die Frage, wenn ich so ein Ding aus der Faust abfeuere, in welcher Haltung auch immer, ist ein zielen schwierig.
Sind die Faustpatronen überhaupt zur Truppe gekommen und hat jemals jemand eine gefunden, gesehen???
Wie die Abfeuerung funktionierte ist mir auch noch nicht ganz klar. Ein Knopf der gezogen wird und gedreht - und dann??? Auch pfeift es tüchtig hinten raus und man muss sich beim abfeuern sehr vorsehen.
Dann ist noch von einem Sicherungsriegel und einer Drallnute die Rede. Sicher alles spannend wenn man mehr wüsste?!
Man verlängerte das Abschußrohr sehr schnell auf 80cm und heraus kam Tata die Faustpatrone 1 auch Panzerfaust Klein und Gretchen genannt. Natürlich war die Drallstabilisierung knifflig also verpasste man dem Geschoß ein Leitwerk. Die Geschoßform änderte man auch um Abgleiten zu vermeiden und man entwickelte einen Abzugsystem, das bequem wärend des zielens zu erreichen war. Oh ja zielen - ein Visier gabs nun natürlich auch. Eine Menge Entwicklungen zwischen Faustpatrone 43 und der Faustpatrone 1 und noch nichts grossartiges drüber verfasst worden.
Weiß jemand mehr????
.
Der rechte gespannte Schlagbolzen könnte verdreht worden sein, damit er dann durch ein Langloch auf vollem Wege zuschlagen kann. Die Sicherung vor dem Abschuss könnte dabei ein federbelastetes schräges Blech übernehmen, das, ähnlich der Rückstellsperre bei Bremsbacken (oder Silikonpistolen), den Weg des Schlagbolzens zurück sperrt - durch Verkantung des Bolzens. Drückt man das Blech entgegen der Kraft einer Feder gerade, rauscht der mit einer 2. Feder belastete Schlagbolzen auf das Zündhütchen.
Der Sicherungsriegel übernimmt 2 Aufgaben, Sicherung zwischen Zünder/Zündladung und Drallführung, wahrscheinlich wurde er durch den Drall ausgeworfen.
In dem Zustand wird das Ding nie eingeführt worden sein, viel zu gefährliche Handhabung, aber Danke für's zeigen!
genkideskan
01.07.2011, 19:48
Die Wurfminen sind auch brandgefährlich :-)
Und keiner jemals ein Original gesehen - gefunden - sonstwas ????
Did you ever have seen a short Faustpatrone or know somebody who has?
Museums EOD collections, dug ups, fragments, parts ????
Also Fundstücke der Handwurfminen Luftwaffe sind im Bereich der Oderfront gefunden worden. Aber Faustpatronen nicht.
KMBD
genkideskan
02.07.2011, 11:56
Schade, vielleicht taucht etwas auf wenn mehrere Leute nun sensibilisiert sind.
Die Wurfminen sind auch brandgefährlich :-) ...
Das sehe ich anders, die Zünder sind völlig unterschiedlich und bei der PWM ist noch eine Abstandsfeder vorhanden. Die größte Gefahr sehe ich durch den Gaschlag der TL beim Schützen durch das kurze Rohr und die kinderleichte, ungesicherte Auslösung der Faustpatrone. Auch deren Sicherung der kl-Zündladung der Faustpatrone gegen die vorstehende Zündnadel ist völlig unzureichend nach verlassen des Drallrohres. Davon findet man nix auf einem Kampffeld, sondern vielleicht bei Erprobungsstellen.
genkideskan
02.07.2011, 16:35
KMBD und Descheto,
geben eure Lehrmittelsammlungen da nichts her?
Nein, leider als Schulungsstück nicht. Aber bezüglich Datenblätter und Unterlagen kann ich mal gucken.
KMBD
Die Panzerwurfmine war auf etwa 40 Meter Wurfweite ausgelegt und dadurch auf ein Gewicht von etwa 0,5 Kg. ...
KMBD und Descheto,
geben eure Lehrmittelsammlungen da nichts her?
Doch, dass Dein Beitrag #1 nicht stimmt, die Masse war bei der kurzen PWM 1 kg und bei der Ausführung L 1,36 kg, die Wirkladung hatte 0,5 kg.
Diese Faustpatrone war mir bisher völlig unbekannt - und wie immer hat jeder langjährige Sammler bessere Unterlagen, als diejenigen, die nur beseitigen sollen.
genkideskan
02.07.2011, 22:18
Stimmt - ich meinte auch das Gewicht der Sprengladung, habs aber nicht dazugeschrieben.
Mein Hauptinteresse gilt eigentlich auch den Sachen vor 1900.
Doch es gibt noch so viel anderes zu erforschen.
Nun die Kampfmittelberger müssen wissen - kann ichs bewegen, kann ichs transportieren, Ofenware? Eine ganz andere Herangehensweise. Man muss da sorgfältig identifizieren,
Fehler sind dann meist tödlich. Man brauch nicht wissen wie lang welche Abschußrohre sind.
Das wird von Sammlern oft übersehen. Das erforderliche Wissen ist grundverschieden.
Trotzdem ergänzt man sich oft und was der eine nicht weiß, wei0 der andere, Kampfmittelräumer sehen halt auch sehr viel mehr.
... die Kampfmittelberger müssen wissen - kann ichs bewegen, kann ichs transportieren, Ofenware? Eine ganz andere Herangehensweise...
Natürlich ist die PWM gefährlich und als Blindgänger nicht transportfähig - aber die vorgestellte Faustpatrone ist schon viel gefährlicher in der Handhabung vor dem Abschuss, meine Meinung.
Aber was noch keiner angesprochen hat, eigentlich kann es gar nicht so funktionieren. Wenn man das Ding festhält, rauscht der Kopf/ das Vorderteil sofort auch so aus der Drallführung (ähnlich Gew.Gr.) heraus, kein Leitwerk vorhanden. Der Sicherungsriegel kann austreten, es knallt beim Aufschlag vor den Füßen.
Oder das kpl. Teil rauscht beim Abschuss mit der Düse durch die Hand und verbrennt die Finger, die Düse hat auch einen größeren Durchmesser, so scheint es? Wozu sind zusätzliche Drallschaufeln in der Düse? Sie können nur eins bedeuten, das kpl. Teil rauscht los, dann kann aber unterwegs der Sicherungsriegel nicht austreten.
Nachtrag: Gerade die Düse erzeugt durch die Form Vorschub, weil sich die austretenden Gase an ihr abstützen. Wohl deshalb hat man dann bei der "Gretchen" auch nur ein Rohr genommen.
genkideskan
04.07.2011, 06:42
Na ja der Gefechtskopf wird sicher stramm im Rohr sitzen und durch Friktion oder eine nicht sichtbare Feder gehalten. Das das gesamte Teil durch die Hand saust ist nicht möglich, weil wegen rückstoßfrei. Aber berechtigte Fragen und wir haben keine Antworten.
Ich denke die Düse soll den Gasstrahl brechen und zerteilen, um den Sicherheitsbereich klein zu halten. Kennt jeder vom Gartenschlauch oder von der Feuerwehr - der harte gerichtete Strahl wird zu einem kegeligen Schwall mit geringer Kraft und Reichweite
Die Chinesen scheinen das System jedenfalls toll zu finden mit ihrem Typ 79 "Nachbau".
http://i274.photobucket.com/albums/jj263/EOD72/Type79_handfiredATrocket_China----1.jpg
http://i274.photobucket.com/albums/jj263/EOD72/Type79_handfiredATrocket_China--------1.jpg
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